Montag, 23. Dezember 2013

Track Me If You Can

Jeder hat eins - fast. Obwohl der Nerd es kaum erwarten kann, endlich die neuste Version seines Smartphones unter die Daumen zu kriegen, kann er die Zahl der regelmäßig genutzten Apps locker mit dem Greiforgan seiner oberen Extremitäten abzählen. Wie passt diese geringe Vielfalt an genutzten Apps zu dem Gefühl, den nächsten Tag ohne Smartphone nicht überstehen zu können?

Steif Bär

Selbst ein Grundschüler traut sich kaum noch ohne 600 Euro Smartphone unter seine Altersgenossen. Aber er weiß zumindest warum. Immerhin gibt es in diesem Alter jeden Tag neue Spiele zu entdecken. Den älteren Smartphone Nutzern dürfte dieser Reiz eher verborgen bleiben - es langt ein Spiel und das darf gerne »Solitär« sein.

Zur Zeit finden sich 880.000 Apps im App Store (August 2013) oder 820.000 im Android Market (davon lassen sich rund 200.000 als schrottige „low quality apps“ abziehen).
Wie passt diese irre hohe Zahl zu der Erkenntnis, dass rund 70% der Smartphone Nutzer maximal fünf oder weniger Apps regelmäßig nutzen (Pew Research Center‘s Internet & American Life Project).
Ein Viertel aller Nutzer die eine App laden, startet diese nur ein einziges Mal (Localytics) - iOS Nutzer sind im Schnitt doppelt so loyal wie es bei Android Nutzern der Fall ist - das führt zu immerhin zwei Starts vor dem ewigen Vergessen.

Selten auf der digitalen Karte nach dem Weg suchen, deutlich häufiger Fotos von Katzen machen, eigentlich dauernd WhatsUp mit wichtigen Botschaften füttern und ab und zu mal nach dem Wetter schauen. Das war es im Großen und Ganzen. Einzig die schiere Masse an Nutzern rettet die vielen Nischen: Für Reisebuchungen oder Börsengeschäfte bleiben bei rund 30 Millionen Smartphone Nutzern in Deutschland noch immer genug Buchungen übrig.

40 Prozent aller Menschen ab 14 Jahre oder 55% der Mobilfunknutzer sind aktuell mit einem Smartphone unterwegs (Bitkom und ComScore).

Alle diese Nutzer zeichnet eine Gemeinsamkeit aus: Sie entscheiden sich mehr oder weniger bewusst für den Start einer App auf ihrem Smartphone. Wer sein Auto anwirft und damit gleich eine Vielzahl an Softwarepakten zum Leben erweckt, der tut dies eher unbewusst (das Starten der Software, hoffentlich nicht: das Starten des Autos). Diese Softwarepakete sind viel stärker Teile eines Ganzen. Sie interagieren mit dem Fahrzeug und in reduzierter Form mit den Fahrern. Wäre es nicht schick, wenn das Smartphone sich in dieses Ganze einreiht? Wenn es mit einer schönen und bedienbaren Oberfläche neue Möglichkeiten erobert? Eine »Companion App« als Mittler zwischen Nutzer und Fahrzeug. Sie verbindet nicht nur, sondern schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten. Vorausgesetzt, das Benutzerinterface transportiert dieses »Mehr« auf eine angenehme und leicht erlernbare Weise.

Der digitale Schrittzähler (»Tracker«) in meiner Hosentasche zielt in eine ähnliche Richtung. Er transportiert Informationen - die mein Körper in der einen oder anderen Form generiert hat - auf mein Smartphone. Ich kann zwar den Kalorienverbrauch in der zugehörigen App nicht beeinflussen, sondern nur, mit einem weinenden Auge, betrachten. Ein prima Gefährte ist die passende Smartphone App im Zusammenspiel mit dem Tracker trotzdem. Für meine Wetterstation mit App Interface gilt es ebenso - das Smartphone wird zur Schnittstelle für ganz unterschiedliche Hardware. Ein Bedienkonzept, ein Gerät und die Anbindung an viel technische Umwelt. Finde ich irgendwie spannender als nervige Brillen mit kleinen Displays. Für die darüber hinaus noch niemandem eine sinnvolle Anwendung eingefallen ist.

Zum Schluss noch der Hinweis: je mehr Daten wir zentral sammeln, desto wichtiger wird das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Wenn ich nicht mehr selber über die Preisgabe und Verwendung meiner personenbezogenen Daten bestimme, dann will ich keinen Tracker und keine Wetterstation. Ein weiterer Aspekt, der den dilettantischen Umgang unserer bisherigen Bundesregierung mit dem Thema PRISM & Co als kritisch dastehen lässt. Das die meisten gesammelten Daten gleich auf US Servern geparkt werden, vergrößert den Spaß ebenfalls nicht.

Von Detlef Beyer (dbeyer)

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