SoundPainting - KlangBild
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| Auf Adlerflügeln hebt die Seele ab Von WERNER ASCHEMANN "Alles kippte um in mir. Ich hatte Hornissen im Kopf." Menschen, die auf den Tod daniederliegen, können diese zwei Sätze des Kölner WDR-Joumalisten Tom Doch (45) nachvollziehen. Die Tage nach der Operation: Schmerzen, Verzweiflung, Lebensangst. Tom Doch hatte Darmkrebs. Nach fünfstundigem Eingriff war die Prognose alles andere als günstig. In dieser Zeit der tiefen Hoffnungslosigkeit tröstete sich der Kranke mit den Klängen einer Sandawa; die sphärenhaften Melodien des Saiteninstruments liebte er besonders. Und er machte eine Entdeckung: "Ich wurde ruhig. Ich lag, ich hörte, es formten sich harmonische Bilder in mir." Die Hornissen wichen, Lebensmut und Lebenswille kamen zurück und mit ihnen die rationalen, neugierigen Gedanken des Joumalisten: "Ich wollte wissen, was ist es, was spendet Ruhe über das Ohr?« Nach seiner Entlassung aus der Klinik, Tom Doch ist heute völlig gesund, begann er zu experimentieren. Klänge hatten ihn immer interessiert, jetzt wollte er eine Idee verwirklichen: "Ich wollte ein schönes KlangBild schaffen, das der Seele Harmonie gibt." Er sprach mit Wissenschaftlern darüber. Er erfuhr z. B., daß an der Harvard-Universität in Amerika ein Zusammenhang zwischen der Gesundheit des Menschen und seiner Geräuschumgebung nachgewiesen worden war. Je mehr der Mensch von der Natur entfernt lebt, desto mehr litt er unter Stress und Angst. "Unsere Welt", sagt Tom Doch, "ist überlastet mit maschinell hergestellten Geräuschen. Der Lärmpegel hat sich in diesem Jahrhundert um das siebenfache gesteigert. Der Ausgleich durch natürliche Geräusche fehlt." Also Stress, also Angst, also Anspannung: Das sind jetzt die häufigsten Krankheitsursachen. Ihnen folgen direkt Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, später chronische Krankheiten. "Ich mußte Geräusche suchen, die den Streß abbauen und die Gehirnströme harmonisieren", sagt Tom Doch. Er fand diese Geräusche in aller Welt und schnitt sie zu einem großen, natürlichen Klangorchester zusammen. Phantastisches ist da zu hören: Das Rauschen von Adlerflügeln im Grand Canon, das Vibrieren Millionen Jahre alter Stalaktiten in einer Tropfsteinhöhle. Das Summen von Insekten auf einer Wiese, Meeresrauschen, Kuhglocken beim Almabtrieb, das Schnurren einer Katze. . . Daraus ist inzwischen ein Projekt entstanden: Die KlangBild Musiktherapie; zwei CD's, zwei Cassetten (EMI-Electrola), sie sind jetzt in den Handel gekommen. Im Test fanden Forscher heraus: Diese Naturmusik hilft unter anderem beim Einschlafen und beim Durchschlafen. Das Herz schlägt ruhiger, die Muskeln sind entspannt, man wacht erholt auf. Ein mit Tom Doch befreundeter Anästhesist setzt die Klänge bei Operationen ein: Er braucht sogar weniger Beruhigungsmedikamente. Express vom 16. Oktober 1994 |
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